1. Gesellschafterversammlung der EIKOM 2026

Hoffen auf die Zeitenwende


Geopolitische Unsicherheiten, der Konflikt zwischen dem Iran und den USA, die gedämpfte Entwicklung der Weltwirtschaft sowie der schwache Wohnungsbau und die anhaltende Konsumzurückhaltung der Bundesdeutschen gehen auch an den Mitgliedsunternehmen der EIKOM nicht spurlos vorbei. Die 2016 gegründete Einkaufsgesellschaft musste deshalb im Geschäftsjahr 2025 einen Rückgang des Einkaufsvolumens hinnehmen. Damit macht das Unternehmen keine Ausnahme und liegt im Trend des Gesamtmarktes. Für 2026 avisiert man ein solides Ergebnis an.

Der Start ins Jahr 2026 verlief verhalten, auch wenn sich die Umsatzentwicklung sukzessive stabilisiert. Nach den Jahren des Pandemie-Booms sucht die Möbelbranche nach Wegen aus dem Konjunkturtal. Das wirtschaftspolitische Umfeld macht es der Branche allerdings nicht leicht. „Die deutsche Möbel­industrie kommt nicht vom Fleck“, konstatiert EIKOM Geschäftsführer Frank Monkenbusch. „Solange sich die geopolitische Lage nicht normalisiert, die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen in Deutschland nicht besser werden und der Verbraucher nicht endlich Zuversicht fasst, ist die Möbel­branche von einer nachhaltigen und dynamischen Binnennachfrage weit entfernt.“ Das Marktumfeld für die deutsche Möbelindustrie und die rund 28 Mitgliedsunternehmen der EIKOM bleibt also auch 2026 anspruchsvoll. Eine schnelle Trendwende zeichnet sich derzeit aus Sicht der EIKOM jedenfalls nicht ab.

Das spiegeln die Zahlen für 2025 wieder, die Frank Monkenbusch auf der Gesellschafterversammlung Mitte Juni in Rietberg seinen Gesellschaftern präsentierte. Vor dem Hintergrund der aktuellen Kon­junkturlage – für 2026 rechnen sogenannte „Wirtschaftsweise“ lediglich mit einem Plus von 0,5% an Wirtschaftsleistung – passt deshalb auch die EIKOM ihre Erwartungen für das laufende Jahr an. „Die ohnehin schwache wirtschaftliche Entwicklung“, sagt Frank Monkenbusch, „wird zusätzlich durch den Konflikt um die Straße von Hormus gebremst. Die Engpässe am Ölmarkt dürften zu weiteren Preis­erhöhungen bei Vorprodukten, Materialien und Rohstoffen für die Möbelproduktion führen, was natürlich zulasten der Renditen unserer Unternehmen geht.“ Die EIKOM erwartet für 2026 weitere Erhöhungen über alle Warengruppe hinweg, ob bei Plattenmaterialien, Kunststoffen oder Farben und Lacken. Dank partnerschaftlicher Verhandlungen fielen die Preisanpassungen 2025 für Vorprodukte zwar moderat aus, aber die nächste Runde ist bereits eingeläutet. Angesichts der Marktsituation und Wettbewerbsdruck sind Teuerungszuschläge für EIKOM-Mitglieder am Markt kaum durchsetzbar.

 

Die bisher von der Bundesregierung auf den Weg gebrachten Reformen reichen nicht aus, um das Ruder rumzureißen und die Branche auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zurückzuführen. Zudem bleibt der Kostendruck weiterhin hoch. Trotz des angekündigten Bürokratieabbaus ist der Aufwand für Dokumentations- und Berichtspflichten in der Branche weiterhin hoch. Ein Beispiel liefert die EU-Ent­waldungsverordnung (EUDR). Die Kommission hatte zwar im Mai 2026 Vereinfachungspaket vorgelegt, aber Bürokratie bleibt auch dann noch Bürokratie, wenn sie aus Brüssel kommt.

Der Jahresüberschuss wurde erneut in voller Höhe an die Gesellschafter ausgeschüttet, die EIKOM Geschäftsführung und der Beirat einstimmig im Rahmen der Gesellschafterversammlung am 11. Juni in Rietberg entlastet. Unter dem programmatischen Titel Neue Zeiten brauchen neue Antworten hielt Tobias Woizenka vom Aachener IT-Internehmen amber Tech GmbH einen Impulsvortrag über KI-Lösungen in Unternehmen. Mit KI, so die zentrale These des Experten, würde die unternehmens­interne Recherche nach vorhandenem Wissen deutlich einfacher und effizienter – insofern das Wissen auch für Mensch und KI aufbereitet wird. Zu den Highlights jeder Gesellschafterversammlung zählt traditionell der Blick in die Maschinenräume der Mitgliedsunternehmen. Am 11. Juni öffneten die Unternehmen Sudbrock GmbH und die Thielemeyer GmbH & Co. KG ihren Türen zur Produktion. Sudbrock mit Sitz in Rietberg-Bokel wurde 1922 gegründet und ist heute auf die Fertigung von hoch­wertigen Systemlösungen spezialisiert. Mit modernster Technologie fertigt das Unternehmen Möbel in den Segmenten Wohnen, Speisen, Schlafen, Garderoben und Home Office, für man mehrfach ausge­zeichnet wurde. Die Manufaktur Thielemeyer GmbH & Co. KG produziert massive und teilmassive Schlafraum- und Badprogramme, die Fortschritt und Traditionen vereinen. Beide Unternehmen, die dank moderner Produktionsverfahren auch spezielle Kundenwünsche bis zur Losgröße 1 erfüllen können, stehen exemplarisch für das, was den Ruf deutscher Möbelproduktion einst begründet hat: anspruchsvolles Produktdesign, hohe Verarbeitungsqualität und erstklassigen Service.

Die nächste Gesellschafterversammlung ist am 3. Dezember 2026 in Herzebrock-Clarholz.
Gastgeber ist das EIKOM-Mitgliedsunternehmen C. Disselkamp Schlafraumsysteme GmbH.