2. Gesellschafterversammlung der EIKOM 2025

Möbelbranche in einer Phase der „Bodenbildung“


Von einer nachhaltigen konjunkturellen Trendwende ist die deutsche Möbelindustrie trotz des von der Bundesregierung aufgelegten Wachstumsboosters noch weit entfernt. Konsumzurückhaltung, die hohe Sparquote, der rückläufige Wohnungsbau sowie die Auswirkungen der Zollpolitik und die geopo¬litischen Verwerfungen prägen weiterhin das Geschäft mit Küchen, Wohn-, Schlaf-, Bad- und Büro¬möbeln und damit auch die Entwicklung der Möbeleinkaufsgenossenschaft EIKOM sowie ihrer 28 Mitgliedsunternehmen in der zweiten Jahreshälfte 2025. „Sieht man von ein paar wenigen Firmen¬konjunkturen in der Branche ab“, sagt EIKOM-Geschäftsführer Frank Monkenbusch, der auf der 2. Gesellschafterversammlung in Warendorf das aktuelle Zahlenwerk der letzten 11. Monate präsentierte, „muss man leider festhalten, dass noch keine spürbaren Verbesserungen im Markt zu erkennen sind und die Branche eher in einer Phase der Bodenbildung steckt als im Aufschwung. Wirtschaftlich be¬trachtet dürfte auch 2025 deshalb wohl ein verlorenes Jahr werden.“ Die Hoffnungen der EIKOM und der Mitgliedsunternehmen richten sich deshalb jetzt auf 2027, da 2026 noch ein Übergangsjahr werden dürfte.

Traditionell macht bei jeder Gesellschafterversammlung eine Werksbesichtigung den Auftakt, zu der diesmal die Hartmann Möbelwerke in Beelen am 25. November 2025 einluden. Das 1911 gegründete Unternehmen zählt zu den Spezialisten für die Produktion von Möbelprogramme aus Massivholz, das mit modernster Technologie und handwerklichem Know-how auf „Made in Germany“ setzt. Nach der Kür bei Hartmann folgte am Nachmittag die Pflicht, die 2. Gesellschafterversammlung sowie ein Impulsvortrag von Dr. Julia Koch, Nachhaltigkeitsbeauftragte bei Assmann, zur Klimastrategie des Büromöbelherstellers. Aufgrund der Bedeutung des Themas und politischer Zielsetzungen können gute Recyclingkonzepte und geringe CO2-Fußabdrücke, so die Expertin, langfristig einen Wettbewerbsvorteil bieten.

Obwohl das Thema Klima- und Umweltschutz angesichts multipler Krisen an Relevanz in der Gesellschaft verloren hat, bleibt es für die Möbelbranche dennoch eine Herausforderung, wie auch die Umsetzung der EU-Entwaldungsverordnung. Die EUDR ist eine Schlüsselinitiative zur Bekämpfung der Entwaldung und ein Kernelement des Green Deals, um das in den vergangenen Monaten ein Streit entbrannt ist. Die EU-Kommission kündigte angesichts der Kritik zweimal die Verschiebung der Entwaldungsverordnung an. Trotz der mittlerweile eingearbeiteten Erleichterungen für kleinere Unternehmen stößt die Verordnung aber weiterhin auf Kritik. „Trotz der Erleichterungen bedeutet die EUDR für unsere Mitgliedsunternehmen zusätzliche Bürokratie“, sagt Frank Monkenbusch. „Wir brauchen weniger davon, nicht mehr und andere Impulse.“

Dem EIKOM-Geschäftsführer fiel einmal mehr die Aufgabe zu, den 30 Teilnehmern der Gesellschafterversammlung in Warendorf anhand Zahlen ein nahezu getreues Spiegelbild der insgesamt rückläufigen Branchenentwicklung zu geben. Für das kommende Geschäftsjahr sieht der Branchenexperte allerdings Licht am Ende des Tunnels. Auch die Stimmung der 20 Mitglieder machte deutlich, dass man zwar vorsichtig, aber positiv nach vorne schaut. Umsatz und Ergebnis der EIKOM sollen wieder nach oben zeigen. „Irgendwann muss ja die Lust an neuen Möbeln zurückkommen“, sagt Frank Monkenbusch, „für 2026 planen wir mit einem moderaten Plus von 4% beim Einkaufsvolumen. Um die Ziele zu erreichen, will die EIKOM weitere potente Mitglieder gewinnen und bestehende Mitglieder überzeugen, ihre Umsätze bei nicht gelisteten Lieferanten auf gelistete Lieferanten zu verlagern. „Die EIKOM erreichen immer wieder Anfragen von Unternehmen zur Aufnahme“, sagt Frank Monkenbusch, „aber neue Mitglieder müssen auch von ihrer Leistungsstärke zur Gruppe passen.“

Die 1. Gesellschafterversammlung 2026 findet am 11. Juni 2026 bei der Thielemeyer GmbH & Co. KG, Delbrück, und der Sudbrock GmbH, Rietberg-Bokel, statt. Am 17. Juni feiert die Einkaufskooperation zudem ihr zehnjähriges Jubiläum.