Seit 7 Jahren sind wir Gesellschafter bei der EIKOM. Bei einer Exportquote von über 80 % müssen wir uns breit aufstellen, um uns auf dem europäischen Markt zu behaupten.
Mitglieder Interviews
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In Stärke umgewandelt
Seit 2010 zählt die Firma Voglauer zu den Gesellschaftern der EIKOM GmbH. Den Schritt hat der gewerberechtliche Geschäftsführer David Zwilling bis heute nicht bereut – im Gegenteil, anfängliche Bedenken wurden zur Stärke.
Frage: Herr Zwilling, seit wann ist Ihr Unternehmen Gesellschafter der EIKOM und warum haben Sie sich als österreichisches Unternehmen dazu entschieden, die Landesgrenzen hinter sich zu lassen?
Frage: Sie werden sich sicherlich informiert haben, welche Einkaufsgesellschaft den größten Nutzen verspricht. Nach welchen Kriterien haben Sie sondiert und was hat am Ende den Ausschlag gegeben?
Das ist richtig. Wir haben uns über zwei Einkaufsgesellschaften informiert. Ein wichtiger Punkt war dabei, dass wir auch Potenziale in Bereichen schöpfen wollten, in denen wir vielleicht nicht so attraktive Volumina hatten. Die Möglichkeiten haben wir in der EIKOM gesehen, weil hier der Mittelstand im Fokus steht.
Frage: Und welche Kriterien noch?
Mit entscheidend war auch das persönliche Engagement des Geschäftsführers. Als mittelständisches Unternehmen mit ca. 430 Mitarbeitern fühlen wir uns hier wohl, weil die Zusammenarbeit von Ehrlichkeit und ähnlich denkenden Unternehmern geprägt ist.
Frage: Welches Fazit ziehen Sie nach 7 Jahren?
Das Fazit lautet, dass wir uns stetig verbessert haben.
Frage: Wo sehen Sie noch wichtige Aufgaben für die Zukunft?
Persönlich glaube ich, dass wir uns ein wenig internationaler aufstellen müssen, sowohl bei den Mitgliedern als auch am Beschaffungsmarkt. Der europäische Beschaffungsmarkt hat sicherlich noch Potenzial; vielleicht müssen wir auch den globalen in Betracht ziehen.
Frage: Voglauer stellt Naturholzmöbel her. Anfang des Jahres schrieb der VDM, dass der Trend zu Naturholzmöbeln geht. Stimmt das? Spüren Sie diese Entwicklung?
Das können wir bestätigen. Naturholzmöbel, aber vor allem das Thema Nachhaltigkeit, erfährt derzeit eine erhöhte Aufmerksamkeit.
Frage: Und was trägt Voglauer dazu bei, neben den Naturholzmöbeln?
Voglauer ist komplett CO2 neutral und wir erzeugen Strom aus Wasserkraft. Zu 60 % sind wir Selbstversorger. Das sind alles Themen, die dem Produkt gut tun.
Über Voglauer
Das 1932 im salzburgerischen Abtenau gegründete Familienunternehmen Voglauer, das heute ca. 430 Mitarbeiter beschäftigt und in zwei Geschäftsbereichen erfolgreich tätig ist, hat sich zu einem der bedeutendsten Möbelproduzenten Österreichs entwickelt. Das Unternehmen ist in zwei Geschäftsfeldern tätig: Wohnmöbel und Hotelzimmer-Einrichtungen der Premiumklasse. Mehrfach wurde es für seine Produkte mit Designpreisen und Qualität ausgezeichnet.
Logischer Schritt
Die Digitalisierung erfordert unternehmerischen Mut. Sie bietet dem deutschen Mittelstand aber auch große Chancen, seine Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Das zeigt das Beispiel der Hummel Küchenwerke in Norderstedt. Um sich aber auch auf einem anderen Spielfeld „fit“ zu halten, ist aus dem Küchenhersteller ein „Team-Player“ geworden.
Frage: Herr Flick, seit wann ist Ihr Unternehmen Mitglied der Einkaufsgesellschaft und haben sich Ihre Erwartungen erfüllt?
Wenn mich nicht alles täuscht, dann sind wir seit 15 Jahren Mitglied bei der EIKOM. Mit dem, was wir dort bewegen, sind wir zufrieden, weil wir eben der Ansicht sind, dass eine Einkaufsgesellschaft ein vernünftiger Weg und logischer Schritt ist, um den Mittelstand zu stärken.
Frage: Der Gewinn, sagt der Handel, liegt im Einkauf. Gilt das auch für das produzierende Gewerbe?
Sicherlich ist der Einkauf ein wichtiger Aspekt in der Gesamtstrategie. Als Mittelständler müssen wir auch in diesem Spielfeld richtig positioniert sein. Das gelingt uns durch die EIKOM. Die Wettbewerbsfähigkeit ist allerdings noch von anderen wichtigen Faktoren abhängig, etwa von den Prozessen im Unternehmen oder der Vertriebspolitik.
Frage: Apropos Prozesse, Disruption war Wort des Jahres 2015. In wie weit spielt die Digitalisierung bei Hummel eine Rolle?
Sie beeinflusst unser Geschäft sehr stark. Hummel hat 2016 seine IT komplett umgestellt und ein integriertes ERP-System eingeführt. Das gesamte Unternehmen ist von der Angebotserstellung und die Auftragsbearbeitung über die Materialwirtschaft und die Produktion bis hin zum Rechnungswesen 360° vernetzt. Anders geht es heute nicht mehr, denn bei der Komplexität des Sortiments und der Variantenvielfalt brauchen sie eine hochmoderne Produktion und effiziente Prozesse. Die IT und Vernetzung ist inzwischen fast wichtiger als die Maschinen in der Produktion.
Frage: Der, der alleine agiert, addiert, aber der, der kooperiert, multipliziert, heißt es oft. Lässt sich mit der EIKOM besser rechnen?
Durch die Einkaufsgesellschaften generieren wir Vorteile. Alles andere ergäbe auch keinen Sinn. Wenn wir glauben würden, dass wir alleine stärker oder besser wären – warum sollten wir dann Gesellschafter sein?
Frage: Beschaffungsoptimierung ist das zentrale Ziel der EIKOM. Welchen Mehrwert ziehen Sie sonst aus dieser Partnerschaft?
Der Informationsaustausch z.B. über neue Holzverarbeitungsmaschinen, neue Werk- oder Verbundstoffe bringt einen echten zusätzlichen Nutzen. Dabei achten wir aber genau darauf, dass wir nicht gegen irgendwelche Compliance-Auflagen und das Kartellrecht verstoßen. Bestimmte Themen stellen ein absolutes Tabu und „No Go“ dar.
Frage: Welche Themen stehen in den kommenden Jahren auf der Agenda der EIKOM?
Die Internationalisierung auf der Beschaffungsseite ist sicherlich ein aktuelles Thema. Da sehen wir weiteres Potenzial, denn in einigen europäischen Ländern existieren durchaus sehr leistungsfähige Partner. Umgekehrt können solche Lieferanten die EIKOM als Sprungbrett für ihren Eintritt in den deutschen Markt nutzen. Mit 29 Gesellschaftern ist die EIKOM jedenfalls ein attraktiver Partner.
Frage: Und was steht bei Hummel auf dem Strategie-Zettel für die nächsten Jahre?
Hummel ist stark im Direktgeschäft, nicht nur in Hamburg oder Schleswig-Holstein. Wir sind bundesweit aktiv. Diese Position wollen wir ausbauen. Aktuell entwickeln wir mit einem Partner in China das Asien-Geschäft. Wir haben gerade die ersten Musterküchen geliefert.
Frage: Heißt das womöglich, dass bald in China Hummel-Küchen vom Band kommen?
Nein, eine eigene Produktion ist nicht geplant. Gerade im hochwertigen Segment verlangen Chinesen deutsche Produkte und „Made in Germany“. Da reicht es nicht, einfach ein deutsches Label drauf zu kleben.
Frage: Hummel ist total vernetzt, sagen Sie, haben wir bald auch die total vernetzte Küche?
Definitiv! Nehmen Sie nur die Elektrogeräte. Es ist heute völlig normal, dass die über WLAN per Smartphone gesteuert werden können. Oder nehmen Sie den Kühlschrank mit eingebauter Kamera oder die Steuerung der Beleuchtung. Das Smart Home gewinnt weiter an Bedeutung.
Über Hummel
Das Hummel Küchenwerk, 1917 in Hamburg-Eimsbüttel gegründet, zählt zu den ältesten Küchenmöbelherstellern Deutschlands. Das Unternehmen ist primär im Direktgeschäft aktiv und betreibt seit 2013 zusammen mit dem Schwesterunternehmen Cucinaria einen Flagship Store in zentraler Lage von Hamburg Eppendorf. Seit 1997 leitet Matthias Flick in 4. Generation die Geschicke des Familienunternehmens. Weitere Infos: www.hummel.de
Eine Truppe, die Spaß macht
Die Ost-Westfalen gelten als besonderer Menschenschlag: Zurückhaltend, still, wortkarg. Die Kombination aus gesundem Menschenverstand mit Tatkraft hat den Wirtschaftsraum allerdings zu einer der wirtschaftlich potentesten Region in Deutschland geformt. Jede dritte Küche kommt von hier – u.a. auch die hochwertigen Küchen von Rotpunkt. Das Unternehmen ist seit der ersten Stunde Gesellschafter der EIKOM.
Frage: Herr Wagner, seit wann ist Rotpunkt Gesellschafter der EIKOM, vormals EICO?
Wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt, denn ich bin selber erst seit 7 Jahren Geschäftsführender Gesellschafter von Rotpunkt Küchen, dann war unser Unternehmen Gründungsmitglied.
Frage: Was waren die Gründe, für den Eintritt in die EIKOM?
Entscheidende Gründe waren die Bündelung von Volumina, um Vorteile bei den Einkaufspreisen zu erzielen. Bei der Abnahme von größeren Menge erzielen wir als Gruppe auch eine größere Liefersicherheit, als wenn jeder Gesellschafter separat einkaufen würde.
Frage: Die Tatsache, dass Sie mit Wettbewerbern im selben Boot sitzen, bereitete Ihnen keine Sorgen?
Natürlich denkt man darüber nach, aber die Sorgen sind nicht so groß, als dass sie dazu führen würden, unsere Strategie in Frage zu stellen.
Frage: Und wie lautet die?
Vernünftige Preise zu erzielen und die erzielen wir nur, wenn wir Kräfte bündeln. In der EIKOM reden wir über die Optimierung im Einkauf.
Frage: Welche Aspekte haben noch eine Rolle gespielt?
Der gemeinsame Erfahrungsaustausch spielt sicherlich auch eine große Rolle. Nur ein Beispiel. Wenn sich Rotpunkt eine neue Holzbearbeitungsmaschine kauft und ein Kollege sich ebenfalls mit dem Gedanken trägt, sich eine anzuschaffen, dann kann er sie prinzipiell bei uns in der Praxis sehen. Das ist etwas anderes, als wenn der Hersteller für sein Produkt wirbt.
Frage: Was zeichnet diese „Ehe“ aus? Ehen können sich ja sehr unterschiedlich entwickeln...
Wir können ganz klar sagen, dass diese „Vernunftehe“ von Vorteil ist. Die Erfahrungen, die wir gemeinsam einbringen und das Gespür, das wir für die Branche gewinnen, ist ein immenses Pfund, um gegenüber den Großen zu bestehen.
Frage: Wo sehen Sie zukünftig Arbeitsschwerpunkte der Gesellschaft?
Dazu zählt sicherlich, dass wir weitere Mitglieder gewinnen, um noch mehr Stärke im Markt aufzubauen. Natürlich spielt die Internationalisierung auf dem Beschaffungsmarkt eine Rolle. Wir dürfen nicht an den europäischen Grenzen halt machen.
Frage: Welche Ziele hat sich Rotpunkt für die nächsten Jahre gesetzt?
Als Unternehmen, das nicht mit der Großfläche zusammenarbeitet, werden wir unsere Fachhandelsbeziehungen ausbauen. Darüber hinaus treiben wir selbst die Internationalisierung voran. Mit den skandinavischen Ländern arbeiten wir seit ungefähr 2 Jahren sehr erfolgreich zusammen, aber auch in Frankreich und Italien sehen wir noch Potenzial. Der spanische Markt, in dem wir seit 8 Monaten aktiv sind, entwickelt sich sehr positiv.
Frage: Apropos Skandinavien. Deutsche orientieren sich gerne an skandinavischem Design, das für einen reduzierten Stil steht. Welche Rolle spielt dieser Aspekt bei Rotpunkt?
Design besitzt für Rotpunkt eine sehr, sehr große Bedeutung. Unser Ziel ist es, hier die Gejagten zu sein, die nicht irgendwelchen Trends hinterherlaufen, sondern die Trends setzen. Das gelingt uns im Moment recht gut.
Frage: Wenn Sie potenziellen Mitgliedern die EIKOM schmackhaft machen sollten, was würden Sie Ihnen erzählen?
Das wichtigste Argument ist sicherlich, dass man bessere Einkaufskonditionen erzielt. Zu dem, auch wenn sich das ein wenig kurios anhören mag, macht die Truppe einfach Spaß.
Herr Wagner, wir bedanken uns für das Gespräch.